Tennisellenbogen behandeln
PRP-Injektion statt Kortison
Tennisellenbogen & PRP: Das Wichtigste im Überblick
Was ist der Tennisellenbogen?
Eine chronische Tendinopathie am Sehnenansatz der Unterarm-Strecksehnen an der Außenseite des Ellenbogens (Epicondylitis lateralis). Trotz des Namens entsteht er häufiger durch Büroarbeit oder Handwerk als durch Tennis.
Warum hilft Kortison oft nicht dauerhaft?
Kortison dämpft Entzündungen kurzfristig – am Sehnenansatz ist das Gewebe jedoch chronisch degenerativ verändert, nicht primär entzündet. Wiederholte Kortisoninjektionen können das Sehnengewebe zusätzlich schädigen.
Welche PRP-Form wird eingesetzt?
Red PRP (leukozytenreiches Plasma) – katabol und entzündungshemmend. Es setzt einen kontrollierten biologischen Reiz, der den festgefahrenen Kreislauf aus Reiz, Mikroschaden und chronischem Schmerz am Sehnenansatz durchbrechen kann.
Wie viele Sitzungen?
3 Injektionen im wöchentlichen Abstand. Wirkungseintritt: 4–6 Wochen nach der ersten Sitzung.
Was kostet die Behandlung?
260–270 € pro Präparat zzgl. GOÄ-Injektionsgebühr. Ca. 70 % der PKV übernehmen die Kosten.
Warum der Tennisellenbogen so hartnäckig ist – und warum Kortison oft nicht die Antwort ist
Der Name täuscht: Die meisten Menschen, die mit Tennisellenbogen in meine Praxis kommen, spielen kein Tennis. Es sind Architekten, Anwälte, Physiotherapeuten, Handwerker – Menschen, die jahrelang dieselbe Bewegung mit Unterarm und Handgelenk ausführen und deren Sehnenansatz irgendwann nicht mehr mitspielt.
Medizinisch handelt es sich um eine Epicondylitis humeri lateralis: eine Entzündung, häufig gefolgt von degenerativen Veränderungen am Sehnenansatz der Unterarm-Strecksehnen am lateralen Epikondylus. Betroffen ist meist der Extensor carpi radialis brevis – eine Sehne, die für Handgelenkstreckung zuständig ist und anatomisch bedingt schlecht durchblutet wird.
Genau das ist das Kernproblem. Sehnengewebe ist bradytroph – es hat kaum eigene Blutgefäße. Kleine Mikroschäden heilen nur sehr langsam, weil körpereigene Reparatursubstanzen schwer ans Ziel kommen. Häufig entsteht ein chronischer Kreislauf: Reiz, Entzündungsreaktion, unvollständige Reparatur, erneuter Reiz. Dieser Kreislauf hält sich oft über Monate oder Jahre selbst aufrecht.
Das Problem mit Kortison: Eine Kortisontinjektion dämpft diesen Kreislauf kurzfristig – der Schmerz lässt nach, die Beweglichkeit kehrt zurück. Aber Kortison beeinflusst nicht die zugrunde liegende Gewebedegeneration. Bei wiederholter Injektion kann es das Sehnengewebe am Ansatz zusätzlich schwächen, da die Durchblutung reduziert wird. Viele Patienten, die zu mir kommen, berichten von einer guten Wirkung, die bei jeder weiteren Injektion kürzer anhält.

Red PRP beim Tennisellenbogen:
Warum die Wahl des Präparats entscheidend ist
White PRP oder Red PRP?
Bei frischen Sehnenrissen oder degenerativen Veränderungen ohne aktiven Entzündungskreislauf setze ich White PRP ein – leukozytenarmes, anabol wirkendes Plasma, das die Geweberegeneration unterstützt. Beim Tennisellenbogen liegt die Situation anders: Das Gewebe ist chronisch gereizt, der Entzündungskreislauf hat sich eingegraben und reagiert kaum noch auf die körpereigenen Regenerationsmöglichkeiten. Hier ist Red PRP die richtige Wahl. Red PRP enthält einen höheren Anteil an weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Es wirkt katabol – es setzt einen kontrollierten, gezielten Entzündungsreiz, der den festgefahrenen Kreislauf am Sehnenansatz neu aktivieren kann. Der Körper reagiert mit einer echten Heilungsreaktion, die er aus eigener Kraft nicht mehr in Gang gebracht hätte.
Diese Differenzierung ist in der Praxis bedeutsam. Ein Patient mit drei Monaten Tennisellenbogen braucht klinisch etwas anderes als jemand, der seit zwei Jahren Kortison erhält und dessen Sehnenansatz degenerativ verändert ist. Welches Präparat ich einsetze, entscheide ich nach Befund, Ultraschallbild und klinischer Untersuchung – sehr individuell.

So läuft die PRP-Behandlung in meiner Praxis ab
Blutentnahme
Ca. 10–15 ml Blut werden aus der Armvene entnommen. Von diesem Moment an verbleibt das Blut in einem geschlossenen, sterilen System – keine offene Handhabung, kein Kontaminationsrisiko.
Vollautomatische Aufbereitung mit der IMPACT® Platform
Das Blut wird automatisch verarbeitet. Ein eingebauter optischer Sensor erkennt die Blutfraktionen präzise und steuert die Separation ohne manuellen Eingriff. Das Ergebnis ist ein hochkonzentriertes Red-PRP-Präparat, auf den individuellen Befund abgestimmt.
Sonografisch gesteuerte Injektion am Sehnenansatz
Das aufbereitete PRP wird unter Ultraschallkontrolle direkt am Sehnenansatz des Extensor carpi radialis brevis injiziert. Blindinjektionen ohne Bildgebung treffen das Zielgewebe am Epikondylus häufig nicht präzise – bei einem Sehnenansatz von wenigen Millimetern ist Ultraschallsteuerung keine Option, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Die Injektion erfolgt unter örtlicher Betäubung.
Die gesamte Behandlung dauert ca. 15-20 Minuten in einer Sitzung. Danach empfehle ich 24–48 Stunden Schonung des behandelten Arms.
Mein Ansatz beim Tennisellenbogen: PRP nach Befund, nicht nach Schema
Als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie operiere ich Ellbogen – arthroskopisch, bei Sehnenrupturen auch offen. Ich kenne den operativen Weg, und ich kenne seine Konsequenzen.
Der Tennisellenbogen ist chirurgisch selten indiziert. Die Leitlinien sprechen von neun bis zwölf Monaten konservativer Therapie als Voraussetzung, bevor überhaupt über einen Eingriff nachgedacht wird. Was das in der Praxis bedeutet: Fast alle Patienten, die ich sehe, können konservativ behandelt werden – wenn die richtige Methode gefunden wird.
Physiotherapie stärkt die umgebende Muskulatur und ist wichtig. Schienen entlasten kurzfristig. Kortison lindert Schmerzen – aber es löst den zugrundeliegenden Kreislauf aus Mikroschaden, unvollständiger Heilung und chronischer Reizung am Sehnenansatz nicht auf.
PRP kann das in einem Teil dieser Fälle tun. Bei chronischer Epicondylitis lateralis, die trotz Physiotherapie, Schiene und Kortison nicht nachhaltig gebessert wird, erlebe ich Red PRP in meiner klinischen Erfahrung bei einem Teil der Patienten als wirksame Ergänzung zur bisherigen Therapie. Welche Form für Sie infrage kommt und ob PRP in Ihrem Befund sinnvoll ist, besprechen wir auf Basis Ihrer Untersuchung.
Patienten aus Frankfurt, Bad Homburg, Königstein und dem Hochtaunuskreis kommen mit genau diesen Beschwerden zu mir: ein Tennisellenbogen, der trotz aller Standardtherapie nicht besser wird. Ich schaue mir den Befund genau an.
Kosten und Kostenübernahme
Die Eigenbluttherapie bei Tennisellenbogen ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach Tarif ganz oder teilweise – bitte klären Sie dies vorab mit Ihrer PKV. Auf Wunsch erstelle ich vorab einen Kostenübernahmeantrag, damit Sie vor Behandlungsbeginn vollständige Kostentransparenz haben.
Pro Präparat entstehen Herstellungskosten von 260–270 €. Hinzu kommen die ärztlichen Leistungen nach GOÄ für die Injektion. Selbstzahlende Patienten sind willkommen.
Die Praxis von Dr. Braune ist eine reine Privatpraxis und steht ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahlern offen.
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