Eigenblutbehandlung bei Arthrose
PRP und ACS je nach Stadium und Gelenk
Eigenblutbehandlung bei Arthrose: Das Wichtigste im Überblick
Was ist Arthrose?
Degenerativer Knorpelabbau in Gelenken, häufig an Knie, Hüfte, Schulter oder Sprunggelenk. Er führt zu Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit.
Welche PRP-Form wird bei Arthrose eingesetzt?
Je nach Stadium und Gelenkzustand: White PRP (anabol, regenerativ) bei frühen Knorpelschäden; Red PRP (katabol, entzündungshemmend) bei chronischen Entzündungsverläufen; ACS (autologes konditioniertes Serum) bei akut aktivierter Arthrose.
Wie viele Sitzungen?
In der Regel 3 Injektionen im Abstand von ca. 1 Woche. Wirkdauer: erfahrungsgemäß 6–12 Monate.
Was kostet die Behandlung?
270 € pro Präparat zzgl. GOÄ-Injektionsgebühr. Ca. 70 % der PKV übernehmen die Kosten.
Welche Gelenke?
Knie, Hüfte, Schulter, Sprunggelenk und Handgelenk, sonografisch gesteuert und präzise am Zielgewebe.
Autologe Zelltherapie

AGA Certified Surgeon

FOCUS-Empfehlung 2026

Patientenbewertungen
DIN ISO 9001
Was bei Arthrose im Gelenk passiert
Arthrose beginnt im Knorpel. Die schützende Schicht, die Gelenkflächen überzieht, baut sich ab, durch Alter, Belastung, Fehlstellung oder eine Kombination dieser Faktoren. Ohne diesen Puffer reiben Knochenflächen aufeinander, der Körper reagiert mit Entzündung, die Entzündung beschleunigt den Knorpelabbau, der Abbau provoziert neue Entzündung. Dieser Kreislauf treibt sich selbst an.
Was viele nicht wissen: Knorpelgewebe ist im Erwachsenenalter nahezu avaskulär. Es besitzt keine eigenen Blutgefäße und bekommt Nährstoffe nur durch die Gelenkflüssigkeit. Reparatursubstanzen kommen dort kaum an. Das macht Arthrose zu einer Erkrankung, die der Körper aus eigener Kraft nur schwer beeinflussen kann.
Kortison dämpft die Entzündung kurzfristig und verschafft schnell Linderung. Das ist in akuten Situationen oft sinnvoll. Die zugrunde liegende Knorpeldegeneration beeinflusst Kortison nach aktuellem Forschungsstand jedoch nicht, und bei wiederholter Anwendung gibt es Hinweise auf knorpelschädigende Effekte. Deshalb wird Kortison in der Orthopädie in der Regel nicht als Dauertherapie eingesetzt.
Hier setzt die autologe Zelltherapie an. Sie bringt konzentrierte körpereigene Wirkstoffe direkt ins Gelenk, regenerativ oder entzündungshemmend, abhängig davon, was der Befund erfordert.
Drei Präparate, ein Prinzip: das passende Mittel für den jeweiligen Befund
White PRP – leukozytenarmes Plasma (anabol, aufbauend)
White PRP enthält einen reduzierten Leukozytenanteil. Es wirkt anabol: Die konzentrierten Wachstumsfaktoren können Reparaturprozesse im Knorpelgewebe unterstützen, ohne zusätzliche Entzündungsreize zu setzen. White PRP ist meine erste Wahl bei:
- frühen Arthrosegrad-1- und -2-Befunden mit noch vorhandenem, aber geschädigtem Knorpel
- Gelenken, die Aufbauhilfe brauchen, ohne akut entzündet zu sein
- Sportverletzungen mit Knorpelbeteiligung und regenerativem Bedarf
Red PRP – leukozytenreiches Plasma (katabol, entzündungshemmend)
Red PRP enthält einen höheren Anteil weißer Blutkörperchen. Es wirkt katabol, was bei chronischen Entzündungsverläufen die passende Strategie sein kann: Der Körper wird zu einer kontrollierten neuen Heilungsreaktion veranlasst, die den festgefahrenen Entzündungskreislauf durchbrechen kann. Red PRP kommt in Frage bei:
- mittlerem Arthrosegrad mit aktiv entzündlichem Geschehen
- Gelenken, bei denen konservative Maßnahmen zwar gelindert, aber nicht nachhaltig geholfen haben
- Übergangssituationen zwischen regenerativer und entzündungshemmender Anforderung
ACS – autologes konditioniertes Serum (das „Bio-Kortison“)
ACS ist das aufwendigste der drei Verfahren. Aus dem entnommenen Blut werden in einem mehrstufigen Prozess körpereigene entzündungshemmende Substanzen, vor allem Interleukin-1-Rezeptorantagonisten, hochkonzentriert gewonnen. Die anti-inflammatorische Wirkung kann der einer Kortisoninjektion vergleichbar sein, stammt aber ausschließlich aus körpereigenem Material und kann ohne die bekannten Nebenwirkungen wiederholter Kortisonanwendung eingesetzt werden. ACS ist indiziert bei:
- akut aktivierter Arthrose mit Gelenkerguss, Wärme und stark eingeschränkter Beweglichkeit
- Patienten, bei denen eine Kortisoninjektion nicht mehr gewünscht ist oder wiederholt angewendet wurde
- Situationen, in denen eine rasche entzündungshemmende Wirkung gefragt ist
Gelenke, bei denen ich die Eigenbluttherapie bei Arthrose einsetze
Kniearthrose (Gonarthrose)
Hüftarthrose (Coxarthrose)
Schulterarthrose (Omarthrose) und Schultergelenk
Sprunggelenkarthrose (OSG-Arthrose)
Handgelenksarthrose
So läuft die Behandlung in meiner Praxis ab
Blutentnahme
Ca. 10–15 ml Blut aus der Armvene. Das Blut verbleibt von diesem Moment an in einem geschlossenen, sterilen System.
Vollautomatische Aufbereitung mit der IMPACT® Platform
Die IMPACT® Platform verarbeitet das Blut vollautomatisch. Ein eingebauter optischer Sensor erkennt die Blutfraktionen präzise und steuert die Separation ohne manuellen Eingriff. Je nach klinischer Entscheidung (White PRP, Red PRP oder ACS) werden unterschiedliche Fraktionen konzentriert. Das Ergebnis ist ein hochkonzentriertes, körpereigenes Präparat.
Sonografisch gesteuerte Injektion ins Gelenk
Das aufbereitete Präparat wird unter Ultraschallkontrolle direkt ins betroffene Gelenk injiziert. Die sonografische Steuerung stellt sicher, dass das Präparat exakt am Zielgewebe ankommt und nicht im periartikulären Fett oder an der Gelenkkapsel. Besonders bei Hüfte und Schulter ist das ohne Bildgebung nicht zuverlässig möglich.
Die gesamte Behandlung dauert ca. 45–60 Minuten. Danach empfehle ich für den Rest des Tages Schonung des behandelten Gelenks.
Warum ich als Operateur differenziert zwischen den Präparaten entscheide
Als orthopädischer Chirurg führe ich Gelenkoperationen durch: Arthroskopien, Knorpeleingriffe, und wenn es notwendig ist, auch die Vorbereitung zur Endoprothetik. Ich kenne den Weg in den Operationssaal, und ich kenne seine Konsequenzen: Rehabilitation, Risiken und die realistischen Erwartungen meiner Patienten nach einer Prothese.
Wenn ich mich für die Eigenbluttherapie entscheide, dann nicht pauschal. Ein Knie mit beginnender Arthrose, das noch auf Aufbaureize anspricht, braucht klinisch etwas anderes als ein akut entzündetes Hüftgelenk mit Erguss, bei dem zunächst die Entzündung kontrolliert werden muss, bevor an Regeneration zu denken ist.
Bei chronischer Arthrose, die trotz Physiotherapie und konservativer Behandlung nicht ausreichend gebessert wird, erlebe ich PRP und ACS in meiner klinischen Erfahrung bei einem Teil dieser Patienten als wirksame Ergänzung zur bisherigen Therapie. Mein Ziel ist nicht, Operationen um jeden Preis zu vermeiden. Mein Ziel ist, dass Sie die für Ihr Gelenk passende Entscheidung treffen, auf Basis Ihres Befundes.
Wenn eine Operation bereits vorgeschlagen wurde und Sie sich nicht sicher sind, kann eine unabhängige Zweitmeinung ein sinnvoller erster Schritt sein. Mehr zur Zweitmeinung vor orthopädischer OP
Patienten aus Frankfurt, Bad Homburg, Bad Soden, Wiesbaden, Bad Nauheim, Königstein und dem Hochtaunuskreis kommen mit genau diesen Fragen zu mir. Ich schaue mir den Befund genau an und erkläre Ihnen, ob und welches Präparat in Ihrem Fall in Frage kommt.
Kosten und Kostenübernahme
Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach Tarif ganz oder teilweise. Im Vorfeld händigen wir Ihnen einen Kostenübernahmeantrag aus, damit Sie vor Behandlungsbeginn vollständige Kostentransparenz haben.
Pro Präparat (White PRP, Red PRP oder ACS) entstehen Herstellungskosten von 270 €; hinzu kommen die ärztlichen Leistungen nach GOÄ für die sonografisch gesteuerte Injektion. Selbstzahlende Patienten sind willkommen.
Die Eigenbluttherapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Ein abschließender wissenschaftlicher Nachweis nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin steht für einige Indikationen noch aus. Individuelle Behandlungsergebnisse können von publizierten Studienergebnissen abweichen.
Die Praxis von Dr. Braune ist eine reine Privatpraxis und steht ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahlern offen.

