Sehnenschäden behandeln
Eigenbluttherapie mit PRP kann die Heilung fördern
PRP bei Sehnenschäden: Das Wichtigste im Überblick
Was sind Sehnenschäden?
Sehnenteilrisse, chronische Sehnenentzündungen (Tendinopathie) und degenerative Sehnenveränderungen (Tendinose) – häufig an der Schulter, dem Ellbogen, dem Knie oder der Achillessehne.
Warum heilen Sehnen schlecht?
Sehnengewebe ist kaum durchblutet (avaskulär). Körpereigene Heilungssubstanzen gelangen nur eingeschränkt ans Ziel – deshalb heilen Sehnenschäden langsam und unvollständig.
Welche PRP-Form wird eingesetzt?
White PRP (anabol, regenerativ) bei frischen Sehnenschäden und Teilrissen. Red PRP (katabol, entzündungshemmend) bei chronischen Tendinopathien wie Tennisellenbogen, Golferellenbogen oder Achillessehne.
Wie viele Sitzungen?
3 Injektionen im wöchentlichen Abstand. Wirkungseintritt: 4–6 Wochen nach erster Sitzung.
Was kostet die Behandlung?
260–270 € pro Präparat zzgl. GOÄ-Injektionsgebühr. Ca. 70 % der PKV übernehmen die Kosten.
Warum Sehnenschäden so hartnäckig sind und was das mit Blutversorgung zu tun hat
Sehnen sind für Zugbelastung optimiert: dicht gepackte Kollagenfasern, extrem zugfest, hochbelastbar. Aber genau diese Bauweise hat einen Preis – Sehnen besitzen kaum eigene Blutgefäße. Medizinisch spricht man von avaskulärem Gewebe.
Was das im Alltag bedeutet: Wenn Sie sich einen Muskel zerren, fließt Blut in das verletzte Gewebe, transportiert Entzündungsstoffe ab und bringt Wachstumsfaktoren heran – der Heilungsprozess läuft an. Bei einer Sehne funktioniert genau das nicht zuverlässig. Kleine Einrisse, Reizungen und degenerative Veränderungen heilen deshalb langsam, unvollständig oder gar nicht. Daraus entstehen chronische Beschwerden, die trotz Schonung, Physiotherapie und Schiene nicht verschwinden.
Dabei ist es wichtig, zwischen verschiedenen Formen von Sehnenschäden zu unterscheiden:
White PRP oder Red PRP: Welche Form der Eigenbluttherapie ist bei Sehnenschäden sinnvoll
White PRP – leukozytenarmes Plasma (anabol, aufbauend)
White PRP enthält einen reduzierten Leukozytenanteil. Das macht es anabol – also aufbauend. Die konzentrierten Wachstumsfaktoren aktivieren die Regeneration des Sehnengewebes, ohne zusätzliche Entzündungsreize zu setzen. White PRP ist die richtige Wahl bei:
- frischen Sehnenteilrissen, bei denen Heilung und Narbenbildung unterstützt werden sollen
- Sportverletzungen mit akutem Sehnenschaden
- frühen degenerativen Veränderungen, bei denen die Sehne noch auf Aufbaureize anspricht
Red PRP – leukozytenreiches Plasma (katabol, entzündungshemmend)
Schulter – Rotatorenmanschette und Supraspinatussehne
Ellenbogen – Tennis- und Golferellenbogen
Knie – Patellasehne und Kniescheibenspitzensyndrom
Achillessehne und Plantarfaszie
So läuft die Eigenblutbehandlung bei Sehnenschäden ab
Blutentnahme unter örtlicher Betäubung
Ca. 10–15 ml Blut werden aus der Armvene entnommen. Das Blut verbleibt von diesem Moment an in einem geschlossenen, sterilen System – keine offene Handhabung, keine Kontaminationsrisiken.
Vollautomatische Aufbereitung mit der IMPACT® Platform
Das Blut wird vollautomatisch verarbeitet. Ein eingebauter optischer Sensor erkennt die Blutfraktionen präzise und steuert die Separation ohne manuellen Eingriff. Je nach klinischer Entscheidung – White PRP oder Red PRP – werden unterschiedliche Fraktionen konzentriert. Das Ergebnis ist ein hochkonzentriertes, körpereigenes Präparat, fertig für die Injektion.
Sonografisch gesteuerte Injektion
Das aufbereitete PRP wird unter Ultraschallkontrolle direkt in das geschädigte Sehnengewebe injiziert. Eine Sehne ist wenige Millimeter dünn – Präzision ist hier keine Option, sondern medizinische Notwendigkeit. Die sonografische Steuerung zeigt in Echtzeit, wo der Schaden liegt und wohin das PRP gelangt. Blindinjektionen ohne Bildgebung treffen das Zielgewebe häufig nicht.
Die gesamte Behandlung dauert ca. 45–60 Minuten und findet in einer Sitzung statt. Danach empfehle ich 24–48 Stunden Schonung der behandelten Region.
Mein Ansatz bei Sehnenschäden: die richtige PRP-Form für Ihren Befunde
Sehnenverletzungen sind chirurgisch gut behandelbar: Sehnennaht, Refixation, Rekonstruktion. Ich führe diese Eingriffe durch, wenn sie notwendig sind, und habe langjährige operative Erfahrung besonders an Schulter und Knie.
Aber Sehnen reagieren auf PRP aus einem einfachen biologischen Grund besonders gut: Sie sind kaum durchblutet. Der Körper schafft seine Heilungssubstanzen nicht zuverlässig dorthin, wo sie gebraucht werden. PRP kann das liefern – hochkonzentriert, direkt am Ort des Schadens, unter Ultraschallkontrolle.
Was ich für entscheidend halte: die Wahl des richtigen Präparats. Ein frischer Sehnenteilriss, der Aufbauhilfe braucht, ist klinisch etwas anderes als ein seit zwei Jahren chronisch entzündeter Tennisellenbogen, bei dem der Körper längst aufgehört hat, auf eigene Heilungsreize zu reagieren. White PRP und Red PRP haben unterschiedliche Wirkprofile.
Bei chronischen Sehnenbeschwerden, die trotz Physiotherapie, Schiene und Schonung nicht besser werden, erlebe ich PRP in meiner klinischen Erfahrung bei einem Teil dieser Patienten als wirksame Ergänzung zur vorherigen Therapie. Welche Form für Sie in Frage kommt, besprechen wir auf Basis Ihres Befundes.
Patienten aus Frankfurt, Bad Homburg, Königstein und dem gesamten Hochtaunuskreis kommen mit genau diesen Beschwerden zu mir: Sehnenschäden, die nicht ausreichend behandelt wurden. Ich schaue mir den Befund genau an und erkläre Ihnen, ob und welches PRP-Präparat in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Kosten und Kostenübernahme
Die Eigenblutbehandlung bei Sehnenschäden ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach Tarif ganz oder teilweise – bitte klären Sie dies vorab mit Ihrer PKV. Selbstzahlende Patienten sind willkommen; eine Kostenabschätzung erhalten Sie bei der Terminvereinbarung.
Die Praxis von Dr. Braune ist eine reine Privatpraxis und steht ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahlern offen.
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